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La nycturie

Nykturie: Warum muss ich nachts so oft Wasser lassen?

Wenn man nachts einmal aufsteht, um zur Toilette zu gehen, ist das zunächst nichts Ungewöhnliches. Müssen Sie jedoch regelmäßig mehrmals pro Nacht Wasser lassen, kann das den Schlaf erheblich beeinträchtigen.

Der medizinische Begriff dafür lautet Nykturie. Sie kann verschiedene Ursachen haben – von einer hohen Flüssigkeitsaufnahme am Abend über bestimmte Medikamente bis hin zu Veränderungen der Blase oder anderen gesundheitlichen Faktoren.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Nykturie bedeutet, welche Ursachen häufig vorkommen und was Sie im Alltag beachten können.

Was ist Nykturie?

Von Nykturie spricht man, wenn eine Person nachts aufwacht, weil sie Wasser lassen muss. Ein gelegentlicher nächtlicher Toilettengang ist dabei nicht automatisch krankhaft.

Problematisch kann es vor allem dann werden, wenn die nächtlichen Toilettengänge häufig auftreten und dadurch der Schlaf regelmäßig unterbrochen wird. Die Folgen können unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine eingeschränkte Lebensqualität sein.

Welche Ursachen kann häufiges Wasserlassen in der Nacht haben?

Nykturie kann unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer liegt das Problem direkt bei der Blase.

Zu viel Flüssigkeit am Abend

Wer am späten Abend große Mengen trinkt, muss verständlicherweise häufiger zur Toilette. Auch koffeinhaltige Getränke und Alkohol können die nächtliche Harnausscheidung beeinflussen.

Es kann deshalb sinnvoll sein, größere Trinkmengen auf den Tag zu verteilen und insbesondere unmittelbar vor dem Schlafengehen nicht mehr sehr viel zu trinken.

Wichtig: Die tägliche Flüssigkeitszufuhr sollte nicht generell stark reduziert werden. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung bleibt wichtig.

Eine überaktive Blase

Bei einer überaktiven Blase kann ein starker Harndrang auftreten, obwohl die Blase noch nicht vollständig gefüllt ist. Häufiger Harndrang kann sowohl tagsüber als auch nachts vorkommen.

Veränderungen mit zunehmendem Alter

Mit zunehmendem Alter verändert sich bei vielen Menschen die Funktion von Blase und Harnwegen. Auch die nächtliche Produktion von Urin kann sich verändern.

Bei Männern können außerdem Beschwerden im Zusammenhang mit einer gutartigen Prostatavergrößerung auftreten. Häufiger Harndrang in der Nacht kann dabei eines von mehreren möglichen Symptomen sein.

Medikamente

Bestimmte Medikamente können die Urinmenge oder den Zeitpunkt der Harnausscheidung beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Diuretika, also entwässernde Medikamente.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt und plötzlich häufiger nachts zur Toilette muss, sollte die Medikation nicht eigenständig verändern, sondern dies mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.

Erkrankungen als mögliche Ursache

Häufiges nächtliches Wasserlassen kann auch im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei Diabetes oder bestimmten Herz- und Nierenerkrankungen.

Deshalb gilt: Anhaltende oder deutlich zunehmende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.

Was kann man bei Nykturie selbst tun?

Einige einfache Gewohnheiten können dabei helfen, nächtliche Toilettengänge zu reduzieren oder besser mit ihnen umzugehen.

1. Trinkmenge über den Tag verteilen

Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt, anstatt große Mengen erst am Abend zu konsumieren.

Direkt vor dem Schlafengehen sollten Sie größere Trinkmengen möglichst vermeiden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Tages bleibt dennoch wichtig.

2. Alkohol und koffeinhaltige Getränke am Abend reduzieren

Alkohol und koffeinhaltige Getränke können bei manchen Menschen den Harndrang beziehungsweise die nächtliche Urinproduktion beeinflussen.

Wer häufig nachts aufwacht, kann deshalb ausprobieren, am Abend weniger Kaffee, schwarzen oder grünen Tee, Cola und alkoholische Getränke zu konsumieren.

3. Vor dem Schlafengehen noch einmal zur Toilette gehen

Ein einfacher, aber sinnvoller Tipp: Gehen Sie unmittelbar vor dem Zubettgehen noch einmal zur Toilette. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Sie dazu neigen, bereits kurze Zeit nach dem Einschlafen wieder Harndrang zu bekommen.

4. Beckenboden trainieren

Der Beckenboden spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Blase. Regelmäßiges Beckenbodentraining, beispielsweise mit geeigneten Übungen, kann insbesondere bei Problemen mit der Harnkontrolle sinnvoll sein.

Bei bestehenden Beschwerden kann eine physiotherapeutische Anleitung hilfreich sein.

5. Ein Blasentagebuch führen

Ein Blasentagebuch kann dabei helfen, die Beschwerden besser einzuordnen. Notieren Sie beispielsweise über einige Tage:

  • wann und wie viel Sie trinken,
  • wann Sie zur Toilette gehen,
  • wie häufig Sie nachts aufstehen,
  • ob starker Harndrang auftritt,
  • und ob weitere Beschwerden hinzukommen.

Diese Informationen können auch für ein ärztliches Gespräch hilfreich sein.

Wann sollte man wegen Nykturie zum Arzt?

Wenn Sie regelmäßig mehrmals pro Nacht aufstehen müssen oder sich die Beschwerden deutlich verändert haben, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Besonders wichtig ist dies bei zusätzlichen Beschwerden wie:

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen,
  • Blut im Urin,
  • Fieber,
  • starken Schmerzen,
  • plötzlich auftretendem oder sehr starkem Harndrang,
  • ungewolltem Urinverlust,
  • ungewöhnlich starkem Durst,
  • deutlichen Veränderungen der Urinmenge,
  • oder einer unerklärlichen Gewichtsveränderung.

Bei Männern können zusätzlich Beschwerden beim Wasserlassen oder ein schwacher Harnstrahl auf eine mögliche Prostataveränderung hinweisen und sollten ärztlich beurteilt werden.

Nahrungsergänzungsmittel bei häufigem nächtlichem Wasserlassen

Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht als Behandlung einer Nykturie oder einer zugrunde liegenden Erkrankung beworben werden. Die Ursachen für häufiges nächtliches Wasserlassen sind sehr unterschiedlich und sollten bei anhaltenden Beschwerden zunächst abgeklärt werden.

Wenn Sie Ihre Ernährung gezielt ergänzen möchten, können Sie sich über die Zusammensetzung und die zugelassenen ernährungsbezogenen beziehungsweise gesundheitsbezogenen Angaben der jeweiligen Produkte informieren.

Für Nahrungsergänzungsmittel gelten in der EU besondere Vorgaben für gesundheitsbezogene Werbeaussagen. Aussagen wie „behandelt Nykturie“, „stoppt nächtlichen Harndrang“ oder „stärkt die Blase“ sollten daher nicht verwendet werden, sofern dafür keine entsprechend zugelassene Aussage vorliegt.

Fazit: Was hilft bei Nykturie?

Nykturie kann viele verschiedene Ursachen haben. Nicht immer steckt eine Erkrankung dahinter – manchmal spielen Trinkgewohnheiten, Alkohol, Koffein oder Medikamente eine Rolle.

Wer nachts häufig Wasser lassen muss, kann zunächst auf seine Trinkgewohnheiten achten, größere Flüssigkeitsmengen am Abend vermeiden und gegebenenfalls ein Blasentagebuch führen.

Bei regelmäßig auftretender oder zunehmender Nykturie ist es jedoch sinnvoll, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Denn erst wenn die Ursache bekannt ist, lässt sich gezielt entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

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