Verschwommenes Sehen, ein Gefühl wie Sand oder Staub im Auge und brennende Augen – die Symptome trockener Augen können im Alltag sehr unangenehm sein. Trockene Augen können durch zahlreiche Faktoren begünstigt werden. Mit den richtigen Gewohnheiten lässt sich der damit verbundene Augenkomfort jedoch häufig verbessern.
Erfahren Sie, welche Ursachen hinter trockenen Augen stecken können und welche einfachen Maßnahmen dabei helfen können, die Augen im Alltag zu entlasten.
Welche Symptome können bei trockenen Augen auftreten?
Unsere Augen werden natürlich durch die Tränenflüssigkeit befeuchtet. Diese besteht unter anderem aus Wasser, Salzen, Fetten, Mineralstoffen, Proteinen und weiteren Bestandteilen und wird von den Tränendrüsen produziert.
Normalerweise wird die Tränenflüssigkeit durch den Lidschlag gleichmäßig über die Oberfläche des Auges verteilt. Dieser natürliche Mechanismus hält die empfindliche Augenoberfläche feucht und trägt zu ihrem Schutz bei. Funktioniert dieser Prozess nicht optimal, kann es zu trockenen Augen kommen. Paradoxerweise können trockene Augen auch zu verstärktem Tränen führen.
Trockene Augen können sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen
- Stechen oder Brennen in den Augen
- Gefühl von Sand oder einem Fremdkörper im Auge
- Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Rauch, Wind oder Licht
- Gefühl verklebter Augenlider
- Schwierigkeiten, die Augen morgens zu öffnen
- Häufigeres Blinzeln
- Beschwerden beim Einsetzen oder Tragen von Kontaktlinsen
- Vermehrter Tränenfluss
- Verschwommenes Sehen
- Schnellere Ermüdung der Augen beim Lesen oder bei längerer Bildschirmarbeit
Auch ein verstärkter Tränenfluss kann auftreten. So kann bereits ein leichter Wind dazu führen, dass die Augen tränen.
Welche Ursachen können trockene Augen haben?
Warum werden unsere Augen trocken? Das Phänomen betrifft viele Menschen und tritt insbesondere mit zunehmendem Alter häufiger auf. Das sogenannte Syndrom des trockenen Auges gehört zu den häufigen Gründen für einen Besuch beim Augenarzt.
Das Alter als möglicher Faktor
Mit zunehmendem Alter kann die Häufigkeit trockener Augen steigen. Ein möglicher Grund ist eine nachlassende Aktivität der Meibom-Drüsen.
Diese Drüsen befinden sich am Rand der Augenlider und produzieren Lipide, die Bestandteil des Tränenfilms sind. Sie tragen dazu bei, die Verdunstung der Tränenflüssigkeit zu begrenzen. Wenn ihre Funktion nachlässt, kann der Tränenfilm instabiler werden und schneller verdunsten.
Auch hormonelle Veränderungen können den Tränenfilm beeinflussen. Dies kann beispielsweise während der Menopause eine Rolle spielen.
Die Umwelt kann trockene Augen zusätzlich begünstigen
Im Alltag sind unsere Augen zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Dazu gehören beispielsweise:
- lange Bildschirmzeiten
- trockene Raumluft
- Klimaanlagen oder Heizungsluft
- Luftverschmutzung
- Rauch
- Wind
- Aufenthalt in großen Höhen
Insbesondere bei längerer Bildschirmarbeit kann häufiges Blinzeln reduziert sein. Dadurch kann die Augenoberfläche stärker austrocknen.
Medikamente und trockene Augen
Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung trockene Augen begünstigen oder bestehende Beschwerden verstärken. Dazu können unter anderem bestimmte Antihistaminika, Antidepressiva, Diuretika oder Medikamente gegen Bluthochdruck gehören.
Wenn Sie vermuten, dass ein Medikament Ihre Beschwerden verursacht, sollten Sie die Einnahme nicht eigenständig verändern oder abbrechen, sondern mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen.
Kontaktlinsen und trockene Augen
Auch Kontaktlinsen können bei manchen Menschen mit trockenen Augen verbunden sein. Sie können den Tränenfilm beeinflussen und dadurch Beschwerden wie Trockenheit oder ein Fremdkörpergefühl verstärken.
Bei anhaltenden Beschwerden sollten Kontaktlinsenträger ihren Augenarzt oder Optiker konsultieren, um zu prüfen, ob ein anderer Linsentyp oder eine andere Trageweise geeigneter ist.
Das Sjögren-Syndrom
Bestimmte Erkrankungen können ebenfalls mit trockenen Augen verbunden sein. Dazu gehört beispielsweise das Sjögren-Syndrom, eine Autoimmunerkrankung, die unter anderem die Tränen- und Speicheldrüsen betreffen kann.
Bei ausgeprägten oder anhaltenden Beschwerden sollte deshalb eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Eine häufige Ursache: ein instabiler Tränenfilm
Bei vielen Formen trockener Augen spielt eine gestörte Funktion der Meibom-Drüsen eine Rolle. Die von ihnen produzierten Lipide sind Bestandteil des Tränenfilms und helfen dabei, dessen Verdunstung zu reduzieren.
Auch zu seltenes oder unvollständiges Blinzeln – beispielsweise bei konzentrierter Bildschirmarbeit – kann dazu beitragen, dass der Tränenfilm nicht optimal über die Augenoberfläche verteilt wird.
Was kann bei trockenen Augen helfen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Augenkomfort im Alltag zu unterstützen.
Zunächst können Umweltfaktoren reduziert werden. Ein Luftbefeuchter kann bei trockener Raumluft hilfreich sein. Auch regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit, bewusstes Blinzeln und das Vermeiden von Rauch können sinnvoll sein.
Bei anhaltenden Beschwerden können künstliche Tränen beziehungsweise geeignete Augentropfen zur Befeuchtung der Augenoberfläche eingesetzt werden. Lassen Sie sich hierzu gegebenenfalls in der Apotheke oder von einem Augenarzt beraten.
Warme Kompressen
Warme Kompressen können insbesondere bei einer beeinträchtigten Funktion der Meibom-Drüsen als angenehme Maßnahme empfunden werden. Sie können dazu beitragen, die Lidrandpflege zu unterstützen.
Ernährung und trockene Augen
Auch die Ernährung spielt für das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit der Augen eine wichtige Rolle. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und antioxidativen Nährstoffen trägt zu einer bedarfsgerechten Nährstoffversorgung bei.
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind wichtige Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung. Besonders DHA kommt in hoher Konzentration in der Netzhaut vor.
Omega-3-Fettsäuren finden sich beispielsweise in fettreichen Fischen wie Lachs oder Makrele. Pflanzliche Quellen sind unter anderem bestimmte Öle, Nüsse und Samen.
Antioxidative Nährstoffe
Antioxidative Nährstoffe tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Zu den bekannten antioxidativen Vitaminen zählen unter anderem Vitamin C und Vitamin E.
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung hilft dabei, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Nahrungsergänzungsmittel für die Augen
Wenn die Ernährung nicht immer eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen gewährleistet, kann ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel eine Möglichkeit sein, die tägliche Ernährung zu ergänzen.
Für Menschen, die ihre Augen gezielt mit ausgewählten Nährstoffen unterstützen möchten, können entsprechende Formulierungen mit Omega-3-Fettsäuren und antioxidativen Nährstoffen interessant sein.
Trockene Augen sind nicht zwangsläufig ein Dauerzustand
Brennen, Stechen, Fremdkörpergefühl, verschwommenes Sehen oder schnelle Ermüdung der Augen können verschiedene Ursachen haben. Alter, Umweltfaktoren, Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen, Medikamente oder bestimmte Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Einfache Maßnahmen wie regelmäßige Bildschirmpausen, bewusstes Blinzeln, eine angenehme Raumluft und eine ausgewogene Ernährung können dazu beitragen, den Augenkomfort im Alltag zu unterstützen.
Bei starken, wiederkehrenden oder anhaltenden Beschwerden sowie bei Schmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung des Sehens sollte jedoch ein Augenarzt konsultiert werden.
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie keine gesunde Lebensweise.




