Nach alter Tradition wurde die Kanadische Orangenwurzel (auch Goldsiegelwurzel und Kanadische Gelbwurz genannt) von den amerikanischen Einheimischen verwendet, um diverse Gesundheitsstörungen wie Hauterkrankungen, Geschwüre und die Gonorrhoe zu behandeln. Aus ihrer Wurzel wurde ein gelbes Färbemittel gewonnen, mit dem sie ihre Kleidungen färbten. Sie benutzen sie auch, um zahlreiche Verdauungs- und Leberprobleme, Durchfall, Krebs und Augeninfektionen zu behandeln.
Die europäischen Siedler erkannten schnell die wohltuenden Wirkungen der Kanadischen Orangenwurzel, welche dann ab Anfang des 19. Jahrhunderts ein sehr beliebtes Heilmittel wurde. In den 80er Jahren wurde sie vom amerikanischen Kräuterhändler Samuel Thompson als „Allheilmittel“ bezeichnet. Kurz darauf schnellte die Nachfrage nach dieser Pflanze in die Höhe. Einige einheimische Vorräte der Goldsiegelwurzel wurden schnell ausgeschöpft. Seitdem erweckt die Kanadische Orangenwurzel großes Interesse.
Im Laufe der 70er und 80er Jahre hat eine Reihe wissenschaftlicher Studien die wohltuenden Wirkungen der Goldsiegelwurzel auf das Immunsystem belegt, insbesondere um die Erkältung und die Grippe zu bekämpfen.
Ihre Wurzel enthält Berberin und Hydrastin. Es handelt sich um starke Alkaloide, welche antimikrobielle Eigenschaften mit einem breiten Wirkungsspektrum besitzen. Berberin hilft den parasitären Magen-Darm-Infektionen (infektiöser Durchfall), Infektionen der Harn-, Gallen- und Atemwege, Pharyngitiden (Halsschmerzen), Entzündungen der Nase und Ohren, Augeninfektionen, Entzündungen der Schleimhäute oder der Haut aufgrund von Pilzinfektionen oder Bakterien vorzubeugen. Hydrastin erweist sich als ein ausgezeichneter Vasokonstriktor (löst eine Kontraktion der Blutgefäße aus).
Warum sollte man die Kanadische Orangenwurzel zu sich nehmen?
Infektionen der Augen und des Verdauungstrakts
Einige klinische Studien haben die Wirksamkeit von Tropfen aus Berberin belegt, um die Beschwerden in Bezug auf Trachom zu lindern. Mehrere klinische Versuche mit Menschen haben gezeigt, dass das Berberin aus der Wurzel der kanadischen Gelbwurz sehr wirksam ist, manchmal sogar stärker als herkömmliche Antibiotika, um die meisten Magen-Darm-Infektionen zu behandeln. Aktuelle Untersuchungen (2009) stellen die Hypothese auf, dass das Extrakt der Goldsiegelwurzel gegen Helicobacter pylori und Campylobacter jejuni wirken kann – es handelt sich um Keime, welche chronische Geschwüre und Gastritiden auslösen.
Entzündung der Harn- und Gallenwege
Die Forscher konnten beweisen, dass Berberin die Sekretion der Gallenflüssigkeit und des Bilirubins stimulieren kann. Die Alkaloide aus der Kanadischen Orangenwurzel sammeln sich in der Blase an. Sie können daher in Kontakt mit den vorhandenen Krankheitserregern treten, was die Nützlichkeit der Pflanze in Bezug auf die Behandlung von Infektionen der Harnwege erklärt. Eine klinische Studie mit 225 Patienten, welche an chronischer Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) leiden, hat belegt, dass durch eine Behandlung mit Berberin die Symptome der Krankheit innerhalb von 24 bis 48 Stunden verschwinden.
Erkältung und Grippe? Ein einfaches Mittel, um sie zu bekämpfen!
Die Kanadische Orangenwurzel erweist sich als sehr wirksam, um die Beschwerden in Bezug auf Katarrh (akute oder chronische Schleimhautentzündung mit reichlichen Absonderungen) zu lindern. Katarrh tritt mit verstärkter Nasensekretion ein, insbesondere bei Erkältungen, Stirnhöhlenentzündungen, einigen Allergien, Masern und Grippe. Die Kanadische Orangenwurzel übt eine beeindruckende Wirkung aus. Sie erhöht den Wert der weißen Blutkörperchen (Kampfzellen des Immunsystems) und fördert ihre Zirkulation in die infizierte Zone. Sie trägt ebenfalls dazu bei, alle Abwehrkräfte des Organismus wirksamer zu machen und eine starke Immunabwehr zu erhalten.
Seit einigen Jahren bzw. im Laufe der 90er Jahre verbindet man die Kanadische Orangenwurzel mit Echinacea zur Behandlung von Erkältungen und der Grippe.
Kann sie die Spuren von Drogen im Blut verwischen?
Es existiert ein Volksglaube, welcher der Kanadischen Orangenwurzel unterstellt, im Falle von Drogenscreenings Spuren von Drogen im Organismus verwischen zu können. Diese Hypothese kommt aus einem Roman, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts von einem amerikanischen Apotheker veröffentlicht wurde, beruht aber nicht auf glaubwürdigen wissenschaftlichen bzw. klinischen Daten.
Warnung:
Die Kanadische Orangenwurzel ist scheinbar nicht gefährlich für Menschen, welche sie kurzfristig einnehmen und die empfohlene Dosierung respektieren. Zu den seltenen Nebenwirkungen kann man Übelkeit und Erbrechen zählen. Schwangere Frauen sollten lieber auf die Kanadische Orangenwurzel verzichten. Das Gleiche gilt für Personen mit Bluthochdruck, Hypoglykämie und Herzproblemen.
Références: 1. Pizzorno JE Jr, Murray Michael T (Ed). Textbook of Natural Medicine, Churchill Livingstone, États-Unis, 1999, p. 778. - 2. Rabbani GH, Butler T, et al. Randomized controlled trial of berberine sulfate therapy for diarrhea due to enterotoxigenic Escherichia coli and Vibrio cholerae.J Infect Dis 1987 May;155(5):979-84. - 3. Rabbani GH. Mechanism and treatment of diarrhoea due to Vibrio cholerae and Escherichia coli: roles of drugs and prostaglandins. Dan Med Bull. 1996 Apr;43(2):173-85. Review. - 4. Pizzorno JE Jr, Murray Michael T (Ed). Textbook of Natural Medicine, Churchill Livingstone, États-Unis, 1999, p. 779. - 5. The Natural Pharmacist (Ed). Natural Products Encyclopedia, Herbs & Supplements - Goldenseal, ConsumerLab.com. [Consulté le 9 décembre 2002].