- senkt den „schlechten“ Cholesterinspiegel (LDL) und die Triglyceridwerte;
- erhöht das „gute“ Cholesterinniveau (HDL);
- hemmt einige Krebsarten;
- fördert die Regeneration der Nervenzellen;
- reduziert die Sterblichkeit durch kardiovaskuläre Ereignisse;
- bietet eine zuverlässige Alternative zu den Statinen (herkömmliche Cholesterinsenker).
Das rote Reismehl (Monascus purpureus Went) ist ein Mikroorganismus, welcher sich auf Reis entwickelt. Es synthetisiert den roten Farbstoff, was seinen Namen erklärt. Seit Jahrhunderten ist das rote Reismehl für seine positive Wirkung auf den Kreislauf und die Verdauung bekannt. Es enthält ein bioaktives Molekül namens Monacolin K. Diese Substanz wird auch häufig Lovastatin genannt und kann den schlechten Blutfettspiegel senken. Es hemmt nämlich ein Enzym (HMG-CoA Reduktase), welches für die Cholesterinsynthese in den Leberzellen notwendig ist. Lovastatin ist also ein sogenannter Cholesterin-Synthese-Hemmer und die Blutcholesterinwerte werden dadurch niedriger. Die Senkung der Cholesterinwerte im Blut reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie zum Beispiel Herzanfälle.
Fünf neue klinische Versuche mit einer Placebo-Gruppe umfassten insgesamt 335 Patienten aus China und den USA, welche an koronaren Erkrankungen oder Hyperlipidämie litten. Die Resultate haben gezeigt, dass standardisierte Extrakte von rotem Reismehl den Gesamtcholesterinwert von 13 um 26 %, den LDL-Wert von 21 um 33 % und die Triglyceride von 13 um 24 % reduzieren können. Die Autoren betonen ebenfalls, dass sich der HDL-Wert („gutes Cholesterin“) im Laufe einiger Versuche durch die Einnahme von rotem Reismehl bei den behandelten Personen signifikant erhöhen ließ. Studien, welche in verschiedenen europäischen Zeitschriften veröffentlicht wurden, empfehlen eine Dosis von 600 mg/Tag über acht Wochen.
Aktuelle Untersuchungen:
• Das natürliche rote Reismehl fördert die Regeneration der Myelinscheide (Gewebe um die Nervenzellen) und könnte bei neurologischen Autoimmunerkrankungen die Läsionen reduzieren.
• Eine Studie vom Februar 2008 berichtete über die positive Wirkung von hohen Lovastatin-Dosen bei einer akuten myeloblastischen Leukämie (Krebs der Knochenmarkzellen).
• Eine andere Studie empfiehlt die Verbindung von Lovastatin mit Cyclopamin (Arzneimittel), um bei Kindern das Medulloblastom (bösartiger Tumor) zu stoppen.
• Das rote Reismehl soll das Fortschreiten des Kolon- und Prostatakrebs bremsen. Die antitumorale Wirkung ist erwiesen, so dass man die regelmäßige Einnahme von rotem Reis empfehlen kann, um dieser Art von Krebs vorzubeugen.
• Eine Studie von 2009 verwendete mit Erfolg das rote Reismehl bei Patienten, welche eine Statin-Unverträglichkeit (traditionelle Cholesterinsenker) hatten. Bei einigen Patienten lösen
Statine nämlich Muskelschmerzen oder Leberstörungen aus. Im Laufe der Studie erhielt die Hälfte der Patienten eine tägliche Dosis von 1.800 mg rotem Reismehl, während die andere Hälfte ein Placebo bekam. 12 bzw. 24 Wochen später wurde eine deutlichere Verbesserung der Cholesterinwerte bei der Gruppe mit rotem Reismehl im Vergleich zur Placebo-Gruppe festgestellt. Die Autoren, welche ihre Resultate in „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichten, sind der Meinung, dass dies eine echte Alternative darstellen könnte, wenn Statine nicht eingenommen werden können.
Anmerkung: Es wird empfohlen, diese Supplementation zusammen mit Coenzym-A, Fischölen, Artischocke oder Nattokinase einzunehmen.
Warnung: Personen, welche für Schlaganfälle und Herzattacken anfällig sind, sowie Patienten mit Diabetes oder Arteriosklerose und schwangere Frauen sollten lieber darauf verzichten.
Nebenwirkungen: Übelkeit, Durchfall und Magenbeschwerden.
Literatur:
1. Hong MY, Seeram NP, Zhang Y, Heber D. Chinese red yeast rice versus lovastatin effects on prostate cancer cells with and without androgen receptor overexpression. J Med Food. 2008 Dec; 11(4):657-66.
2. Hong MY, Seeram NP, Zhang Y, Heber D. Anticancer effects of Chinese red yeast rice versus monacolin K alone on colon cancer cells. J Nutr Biochem. 2008 Jul; 19(7):448-58. Epub 2007 Sep 14.
3. Becker DJ, Gordon RY, Halbert SC, French B, Morris PB, Rader DJ. Red yeast rice for dyslipidemia in statin-intolerant patients: a randomized trial. Ann Internal Med. 2009 Jun 16;150(12):830-9, W147-9.